Zeit für Medaillen

Der Medaillenlaser glüht schon mal vor!

Der Medaillenlaser glüht schon mal vor!

Wer 3, 4 oder mehr Stunden durch die Nacht läuft, sich der Physik und der Zeit entgegenstellt, den inneren Schweinehund besiegt und letztendlich die Ziellinie überquert – der hat eines verdient: eine Trophäe!

Für Läufer ist das klassischerweise eine Medaille – aber mit 08/15-Presswerk aus China haben wir uns da schon letztes mal nicht zufrieden gegeben. Daher heizen wir in unserem Labor schon mal den Laser auf, um nicht nur Licht am Ende des Zeittunnels – sondern auch was zum Mitnehmen, an den Nagel hängen oder stolz dem Nachbarn unter die Nase halten, bieten zu können.

Neu dieses Jahr: während letztes mal nur für die Plätze 1-3 Medaillen mit Plazierung ausgegeben wurden, haben unsere Materialforscher sich diesmal auch für die sprichwörtliche Holzmedaille etwas ausgedacht: sie ist aus Holz! Der Prototyp im Bild zeigt natürlich noch nicht das geheime, finale Design. Ab Platz 5 gibt es wie gehabt Finisherinnen und Finishermedaillen. Und auch wenn wir hoffen, dass dies nicht zu viele ereilt, natürlich wieder die einzigartige DNF Plakette für jene, die ihr bestes Gegeben haben aber der Physik nicht bis ins Ziel trotzen konnten. Dabei sein ist alles!

Wichtig für uns: da die Medaillen trotz des Hightechlasers mit viel Handarbeit entstehen, können wir nicht unbegrenzt auf Vorrat produzieren und brauchen auch einen gewissen Vorlauf. Alle, die also sicher im Ziel nicht leer ausgehen wollen, sollten sich JETZT langsam auch wirklich anmelden – und auch die Distanz angeben die sie wahrscheinlich laufen wollen. Wer sich seit seiner Anmeldung umentschlossen hat, bitte einfach eine E-Mail senden. Für die „Weiss nicht“ Kategorie gibt es dem olympischen Motto getreu Teilnehmermedaillen – zum Finishen oder DNF-en müsst ihr euch schon für ein Distanz entscheiden. Wobei wir natürlich ein wenig mehr als geplant mitbringen werden, vor allem für alle Helden, die sich den Halbmarathon vornehmen und dann doch von der Magie des Augenblicks gertragen die volle Distanz durchlaufen!

Damit sollte alles zur Trophäe gesagt sein – jetzt müsst ihr nur noch für die bis zu 42km davor weitertrainieren! Keine 2 Monate mehr bis zum Zeitsprung!

500 EUR für einen guten Zweck!

500euroDieses Jahr schon etwas Gutes getan? Jetzt gibt es die Chance dazu – und das tolle daran, mit fremdem Geld! Alles was DU tun musst, ist einen Marathonweltrekord zu laufen!

Gut, das klingt jetzt nicht ganz so einfach. Aber man darf die Magie des Zeitsprungs nicht vergessen! Jeder Mann, der unter normalen Bedingungen einen Marathon schneller als 3:03:38(*) bzw. jede Frau schneller als 3:15:25(*) laufen kann, hat bei unserem Lauf durch die Magie des Augenblicks die Chance Weltrekordläufer/-in zu werden!

Ein von unserem Event begeisterter Münchener Unternehmer macht es möglich: er stellt 500 EUR zur Verfügung, die im Falle eines Zeittunnel-Weltrekordes an eine gemeinnützige Organisation gespendet werden. Und nicht irgendeine, sondern DU, der neue Weltrekordhalter, darf bestimmen, wohin das Geld geht. Sportverein? Hungerhilfe? Kinderhospiz? Die einzige Bedingung: es muss ein dem deutschen Steuerrecht nach gemmeinnütziger Empfänger sein, der Spendenbescheinigungen ausstellt.

Haken? Es gibt keinen. Also ausser, dass Du JETZT mit dem Training anfangen solltest, es sind nur noch gut 3 Monate bis zum Bestzeitmarathon! Also ab zur Anmeldung!

(*) 2:03:38 ist der aktuelle Weltrekord. Wenn der z.B. in Berlin am 29.09. verbessert werden sollte, gilt natürlich der neue Wert. Kein Problem für einen echten Zeittunnelprofi, oder? Sollte zeitgleich auch der Frauen-Weltrekord (2:15:25) fallen, wird die Weltrekordprämie geteilt.

Anmeldung eröffnet!

Anmeldung_BZMNur noch knapp 6 Monate bis zum Start am 26.10.2013 24:00 Uhr! Ab sofort ist unser Anmeldeformular online:

Anmeldung Bestzeitmarathon 2013

Neben dem Marathon bieten wir diesmal auch einen Halbmarathon an. Dieser startet gemeinsam mit dem Marathon um Mitternacht in der Nacht zum Sonntag und ist damit nicht Bestzeitfähig – jedenfalls nicht durch Hilfe von Zeitphänomenen.

Da wir schwer abschätzen können, wie viele bei dem Irrsinn mitmachen, bitten wir alle, die sich entschlossen haben mitzulaufen, sich möglichst bald anzumelden. Danke dafür!

Wir gehen davon aus, dass wir genug Platz haben, alle Interessenten mitmachen zu lassen, behalten uns aber vor, die Anmeldung zu schliessen wenn es uns zu viel zu werden droht.

Auf einen Lauf mit magischem Zeitmoment! Vielleicht sogar mit Weltrekord?

Zeitschleife 2012

Was genau passiert, wenn man sich laufend in den Zeittunnel begibt, ist weitgehend unerforscht. Klar ist: in der Zeit altert man nicht. Wer am Anfang des Zeittunnels z.B. genau 30 Jahre und 2 Stunden alt ist, ist es eine Stunde später immernoch – mysteriös aber mathematisch klar.

Aber was bedeutet es für den Läufer? Dank der Chipzeitmessung ist unsere 2012er Premiere der erste Zeitsprungmarathon, bei dem es eine genaue Rundenzeitliste aller Teilnehmer gibt. Ein wertvolles Forschungsdokument für die Wissenschaft und vielleicht ganz interessant für den einen oder anderen Teilnehmer oder Laufinteressierten:

rundenRundenzeiten-PDF herunterladen

Gegen Ende der Tabelle kann man überall schon sehen: ein Marathon bleibt nicht wirkungslos, vor allem unter den Bedingungen des letzten Jahres. Aber was sehen wir in dem Tabellenausschnitt oben? Die Magie des Zeitsprungs funktioniert! Von 2 bis 3 Uhr hat die Pace auf über 7min/km nachgelassen – dann ab durch’s Wurmloch und sie ist wieder wie eine Stunde zuvor! Verlockend – das will ich dieses Jahr auf jeden Fall wieder nutzen…

Zeitsprung gelungen!

Das Wetter hat sein möglichstes versucht (stärkster Schneefall im Oktober seit Beginn der Wetteraufzeichnungen…), dennoch gingen letzten Sonntag sieben Läufer an den Start und stellten sich dem Experiment Zeitverschiebung. Unter den extremen Bedingungen war es einigen dann aber doch nicht ganz geheuer, so dass drei noch vor Eintreten der Zeitanomalie abbrachen – ein vierter kurz danach. Letztendlich blieben drei Läufer übrig, die dem unter den Schneemassen zusammenbrechenden Ostparks zum Trotz die volle Distanz liefen und vom Wurmloch durch die Zeit mit neuen persönlichen Bestzeiten belohnt wurden.

Hier die Zielzeitliste

In Kürze gibt es hier auch noch die offiziellen Urkunden und eine Rundenzeittabelle. Wir haben für jeden Läufer alle Rundendurchgangszeiten erfasst – irgendwie passt die Summe nicht ganz zum amtlichen Ergebnis, aber das wurde so bereits von der Relativitätstheorie vorhergesagt – Objekte in Bewegung durchleben andere Zeitspannen als eine stehende Uhr.

Bis dahin hier schon mal ein paar lesenswerte Berichte:

von unserem Sieger Henrik
vom -timekiller-
von unserer heldenhaften Verpflegungsbetreuerin Lizzy
und von einem Läufer des „Partnerexperimentes“ im Norden

Wer weitere Links zum Thema kennt bitte kommentieren :)

Eine Vermessung

Es wäre sicherlich vermessen zu sagen, dass wir die Laufstrecke exakt vermessen haben. Denn Messer wissen, wer misst misst Mist. Aber interessant ist es ja schon, wie so eine Strecke offiziell vermessen wird, also haben wir das mal bischen recherchiert…

Viele kleinere Veranstaltungen machen das inzwischen einfach per GPS, über die Genauigkeit davon lässt sich vortefflich streiten, aber klar ist, Bestenlisten oder gar Weltrekordfähig bekommt man eine Strecke so nicht. Um das zu erreichen hat sich von Amerika aus der so genannte „Jones Counter“ verbreitet – ein Zähler der an der Nabe eines Fahrrades angebracht wird und pro Radumdrehung 24 oder mehr Zähler zählt, also unter 10cm für einen. Auch der DLV setzt auf dieses Gerät, einen kleinen überblick gibt diese Präsentation, im Detail ist das Verfahren im Handbuch für DLV Streckenvermesser beschrieben.

Fahrrad auf Tartanbahn

Mit dem Fahrrad auf der Tartanbahn

Was aber nun, wenn man grad keinen Jones Counter hat? Im Prinzip lässt der sich mit dem Mitnehmer eines Fahrradtachos aus den 80ern und einem Zählwerk nachbauen, Zählwerke die entsprechende Umdrehungszahlen schaffen kosten aber durchaus schon 30 EUR aufwärts und so nen Mitnehmer findet man auch nicht mehr so leicht. Da wir keinen echten Weltrekord beim Bestzeitmarathon erwarten, wurde also ein bischen getrickst und einfach einen elektronischer Impulszähler an dem Magnetsensor eines modernen Fahrradtachos misbraucht. Normal zählt der natürlich nur einen Zähler pro Radumdrehung, durch die Anbringung von mehr Magneten lässt sich das aber erweitern. Wir haben uns mit dreien begnügt, was ca. 2/3 Meter pro Impuls entspricht – ca. 8 mal so schlecht wie der echte Jones Counter, aber wohl klar besser als GPS.

Aber wie viel cm entspricht ein Impuls nun genau? Das DLV Handbuch sieht vor eine Strecke von mindestens 300m mit dem Massband abzumessen und mehrfach abzufahren um den Zähler zu kalibrieren. Ich fand zum Glück einen freundlichen Sportwart wer mich ein paar Runden auf seiner 333m Bahn drehen liess – was eine kurze Diskussion ergab, wo denn genau die 333m sind, um es kurz zu machen: ganz innen, logish! Die Werte waren wirklich sehr konstant und 3 Runden – 1km – ergab ca. 1476.7 Impulse. Noch zum nächsten Zähler aufrunden und 1m drauf (falls es echt 333 und nicht 333.333m sind, das wusste keiner) sind wir bei 1478.

Mit diesen Messwerten bewaffnet ging es nun in den Ostpark – die Runde nach DLV Richtlinien abfahren. Also – auf Ideallinie, überall wo ein Läufer abkürzen kann ohne den Weg zu verlassen muss das Messfahrrad dies auch tun, Fussgängern mit Hunden darf keinesfalls ausgewichen werden, was nachts zum Glück kein Problem war. Auf der kurvigen und leicht hügeligen Strecke gar nicht so leicht – beim ersten Versuch zwei bis drei Kurven nicht optimal geschnitten und eine Kontrollfahrt ergab das macht durchaus schon ein paar Meter aus.

Zur Justierung der Strecke enthält die Runde ja eine Pendelstrecke in Richtung Michaelibad – es wurde daher erst die „Basisrunde“ gemessen und dann berechnet, wie viel noch fehlt. Aber halt – um den Regeln zu entsprechen darf man hier nicht mehr exakt sein. Denn wer misst… Und das weiss auch der DLV. Ein Aufschlag von einem Promille ist vorgesehen, also etwas über 2 Meter. Der sich so ergebende Wendepunkt lag recht genau da, wo auch der gmap-pedometer Streckenplan ihn festgelegt hat, kurz vor den Pollern zur Strasse – da wird es am Lauftag eine Markierung geben um die heraum gelaufen werden muss. Eine Runde müsste damit ca. 2.113km lang sein, auf die Gesamtlänge sind das ganze 65m mehr als ein Marathon, etwas mehr als die vom DLV geforderten 40, aber ich denke noch im Rahmen.

Ganz klar: Bestenlistenfähig ist unsere Strecke damit nicht. Nicht nur, weil uns ja u.U. die Uhr überraschend stehen bleibt – sondern auch weil es dafür ein vom DLV geprüfter Streckenmesser machen müsste und eben ein echter Jones Counter und kein ungenauerer Nachbau benutzt werden müsste. Denoch – ich bin relativ zuversichtlich, dass wir eine grob auf den Meter genaue Strecke haben, was deutlich genauer ist als man als Läufer wohl die Ideallinie immer treffen wird. V.a. wenn man nach der Pendelstrecke nochmal zum Getränkestand will – dazu muss man nämlich ein paar Meter abweichen. Immerhin – bei unserem Testlauf vom Montag war die Strecke ähnlich lang. Bleibt nur spannend: was werden unsere GPS Uhren am Ende des Marathons zeigen? In 24 Stunden wissen wir es!

Streckenbegehung

Knapp eine Woche vor dem wahrscheinlich behämmertsten Marathon Münchens haben sich timekiller, Hans und Chief Balla im Ostpark getroffen um die finale Strecke zu begutachten. Nach ein paar gelaufenen Testrunden war klar: die Runde ist gut, die bleibt so!

2.11 km Runde durch den Ostpark

Der Start/Ziel-Punkt befindet sich beim entsprechenden Marker, der Parkplatz direkt daneben ist kostenlos und auch nachts geöffnet. Gelaufen wird gegen den Uhrzeiger – schliesslich laufen wir ja auch gegen die Uhr! Und so kommt man nach der Zeitmessmatte an die Verpflegung, hat dann die gut 200m Pendelstrecke und kommt nochmal an der Verpflegung vorbei – zum Becher/Flasche zurückstellen oder um noch nen zweiten Schluck warmen Tee zu nehmen oder so.

Der Wendepunkt wird so abgesteckt, dass die Strecke gut 2.11km beträgt – 20 Runden ergeben dann genau die Marathondistanz. Nachts sollte der Weg auch leicht zu erkennen sein – es ist der kleinste komplett beleuchtete Rundkurs da im Park, also wenn man sich immer „innen“ (links) den Laternen nach hält kann man sich nicht verlaufen. Wir werden dennoch ein paar Knicklichter zur Markierung der Abzweigungen auslegen…

Wer sich die Strecke nochmal genau ansehen will, hier ein Link zur interaktiven Karte: http://www.gmap-pedometer.com/?r=5717396