Ein Sturm kam auf – na und?

Dieser vedammte Zeittunnel. Er ist und bleibt unberechenbar. Das ist mal wieder die Erkenntnis der magischen Nacht des 6. Bestzeitmarathons. Während sich ganz Deutschland in die eigenen vier Wände zurückzog, um den Durchzug der Sturmtiefs abzuwarten, machten sich in München viele Unerschrockene vor Mitternacht auf den Weg in den Riemer Park, um dort am Zeitsprungexperiment teilzunehmen. Und die Warnungen der Groundcrew waren nicht unbegründet: der stürmischste und mental wie körperlich härteste Bestzeitmarathon liegt hinter unseren Timejumpern.

Allein die Vorbereitungen waren nervenaufreibend, aber mit viel Befestigungsmaterial baute die Groundcrew das Nötigste auf. Sogar der HOKA ONE ONE Zielbogen stand zum Start und tanzte im Wind – dieser musste aber noch im Laufe des Rennens aus Sicherheitsgründen eingeholt werden. Als wenn der püntklich zum Start einsetzende Regen niemanden wirklich störte, rannten mehr als 150 Timejumper um 24:00 Uhr los. Wir waren mal wieder beeindruckt von eurem Mut, den Zeittunnel herauszufordern. Und als sich die Lichterkette auf die von LED Ballonen illuminierte Holzbrücke zog, wurde der Groundcrew zum ersten Mal in dieser Nacht richtig warm ums Herz. Leider nicht an Füßen und Händen, aber viel härter traf es euch, die Runde um Runde auf der „härtesten Zielgerade meines Lebens“ (O-Ton eines Teilnehmers) sich förmlich in den Wind legten, um überhaupt voranzukommen.

Wir haben mit euch während dieser sechs kurzweiiigen Stunden wieder Geschichten geschrieben. Zum ersten Mal überhaupt musste die Wasserwacht wegen medizinischer Notfälle ausrücken. Der bis dahin zweitplatzierte Mann Florian verlor seinen Platz, weil er ohne zu zögern mit anpackte – und es störte ihn nicht im geringsten. So einige für den Marathon gemeldete Läuferinnen und Läufer ließen es nach 10 harten Runden gut sein und eilten ins Warme. Beim BZM kein Problem – ihr werdet natürlich für die absolvierte Distanz gewertet! Es waren nicht mehr so viele, aber es gab sie. Die, die sich über die vollen 20 Runden kämpften und um 3:00 Uhr in den Zeittunnel liefen. Das WC diente als Wärmeraum und auf der Gegengeraden wartete Klaus Ruscher mit einem Stimmungsnest auf. Nach einer Nettozeit von 4:44h begrüßten wir den letzten Marathonfinisher im Ziel und es fühlte sich für ihn überhaupt nicht so an.

IHR habt den Bestzeitmarathon trotz dieser Umstände wieder gerockt und dafür sagen wir DANKE bei all unseren Teilnehmern, egal, wieviel Runden ihr um den Riemer See geschafft habt.
IHR seid der Bestzeitmarathon, ohne euch wäre diese Veranstaltung nicht das, was sie ist: ein Kultlauf für ein wenig Verrückte, die das Laufen lieben.

Die Zeitmaschine ist in dieser stürmischen Nacht an ihre Grenzen gestoßen und muss jetzt ein wenig Rechenarbeit aufholen. Wir setzen alles daran, die Ergebnisse so schnell wie möglich zu veröffentlichen. Damit ihr euch die vielleicht am härtesten verdiente Urkunde abholen könnt. Nach diesem verdammten Zeittunnel.